Der Literatur- und Theaterkurs (J1) inszeniert Hunger
Am Donnerstag, den 18.12.25, zeigte der Literatur- und Theaterkurs (J1) des Lise-Meitner-Gymnasiums Böblingen den Theaterabend „ESSEN!“ unter der Leitung von Hannes Roser.
Aufgeführt wurden „Ein Hungerkünstler“ nach Franz Kafka und „Der Menschenfresser“ nach Franz von Pocci. Beide Stücke näherten sich dem Thema Essen aus unterschiedlichen Richtungen und machten deutlich, wie eng Hunger, Überfluss und gesellschaftlicher Druck miteinander verbunden sind. Die Aufführung verband zwei sehr unterschiedliche Stücke zu einem stimmigen Abend. Beide Stücke zeigten das Leitthema „Hunger“ auf verschiedene, gut ergänzende Weise. Der ernste Kern blieb immer spürbar, wurde aber durch Humor und Tempo aufgelockert, ohne seine Wirkung zu verlieren.
Im „Hungerkünstler“ stand die Ruhe im starken Kontrast zur inneren Spannung. Das Spiel war konzentriert und klar. Die Darsteller fanden zu großer Intensität, auch in stillen Momenten. Gerade daraus entstand eine besondere Dichte. Das Publikum folgte aufmerksam, man spürte die Beklemmung, aber auch die feinen ironischen Brechungen, die immer wieder für leises Lachen sorgten.
„Der Menschenfresser“ brachte danach Bewegung und Tempo auf die Bühne. Die Geschichte kippt bewusst ins Groteske, ohne beliebig zu werden. Der Traum vom endlosen Essen wird für drei Jugendliche schnell zum Albtraum. Dass sie in die Hände eines Menschenfressers geraten und gemästet werden, wurde mit viel Spielfreude und präzisem Timing gezeigt. Die Situationen waren komisch, aber nie harmlos. Gerade diese Mischung machte die Szenen wirkungsvoll.
Auffällig war die körperliche Präsenz des Ensembles. Die Schauspieler spielten mit hoher Energie, klaren Figuren und sichtbarer Lust am Spiel. Dialoge waren pointiert, Übergänge schnell, Pausen gut gesetzt. So blieb der Abend durchgehend lebendig.
Trotz der ernsten Themen war die Stimmung im Publikum positiv. Es wurde viel gelacht, aber auch aufmerksam zugehört. Am Ende überwog das Gefühl, einen intensiven, unterhaltsamen und zugleich nachdenklichen Theaterabend erlebt zu haben.














